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Hausärzteverband Hessen

Interner Bereich

Hausärzteverband Hessen

13. Hessischer Hausärztetag 25./26. Juni 2021


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 25. und 26. Juni 2021 findet der 13. Hausärztetag Hessen als Präsenzveranstaltung in den Räumlichkeiten der KV Hessen statt. 

Informationen zum 13. Hausärztetag Hessen (wie z.B. Programm und Anmeldung) finden Sie hier

Zur Online-Anmeldung

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Geschäftsstelle
 

Impfen in Hausarztpraxen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

wenn Sie bis 12:00 Uhr am 30.3. in einer Apotheke Ihrer Wahl Corona-Impfstoff bestellen, dann werden Sie spätestens am 7.4. mittags mit Biontech/Pfizer-Impfstoff beliefert. In der Impfallianz wurde vereinbart, dass die Belieferung inklusive der notwendigen Spritzen und Kanülen und dem Verdünnungsmittel erfolgen soll. Bis zu 50 Dosen pro Woche und pro LANR.
Bestellung über Muster 16 (Rezept). Kostenträger: Bundesamt für soziale Sicherung (BAS)
IK Nr: 100038825. Felder 8 und 9 bleiben leer.
 
Links zu den Informationen zur KBV finden sich hier bzw. hier. 
 
Wir empfehlen Ihnen folgendes Vorgehen in Ihren Praxen:
1. Priorisierung beachten: Über 70-Jährige, Hausbesuchspatienten, Menschen mit den ICD-Kodes der Impfverordnung, individuelle Risikopatienten, Pflegebedürftige und deren Betreuende, Schwangeren-Umfeld, Tumorpatienten, Autoimmunerkrankte u.dgl. (denken Sie an die „Exoten“: z.B. Lungenfibrose/alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Minderwüchsige, Missbildungsskoliose, Myasthenie, neurodegenerative Erkrankungen usw.) identifizieren. Aktuell spielen potentiell durch AstraZeneca-Gabe Gefährdete (nach aktueller Evidenz v.a. Thrombophilie) bei der Lieferung mit Biontech/Pfitzer keine Rolle.
2. Listen für prioritär zur Impfende Menschen sowie „Joker“, also die Personen, die auf Anruf in 5 Minuten in der Praxis zum Impfen erscheinen können erstellen. Dabei die zweite Impfung nach 5-6 Wochen ebenfalls einplanen.
 
3. Aufklärungs- und Einwilligungsbögen (im Anhang oder hier, da auch mehrsprachig) versenden bzw. vorbereiten und/oder auf der Homepage der Praxis zum Download bereitstellen. 
 
4. Aufbereitungsvorschriften Comirnaty studieren (Anhang). 
 
5. Vorschlag zum Ablauf: Diskussionen sparen! Hausbesuche mit MFA. Impfsprechstunden abseits der normalen Sprechzeiten, also z.B. Mittwochs- und Freitagsnachmittags, Samstagsvormittags. Initial nicht mehr als 6 Impfungen pro Stunde (1 Vial Comirnaty = 6 Impfdosen, innerhalb 1h zu verimpfen, 15 bis 30 min Nachbeobachtung). Wir empfehlen Ihnen, dies immer mit der Mithilfe der medizinischen Fachangestellten/Verah´s, Näpa´s durchzuführen. Impfstoff, sei nach Anstich aus mikrobiologischen Gründen nur 1 Stunde verwendbarDies ist einer uralten Regelung des Robert-Koch-Instituts zu entnehmen. Der Hersteller Biontech/Pfitzer empfiehlt nach Aufbereitung, den Impfstoff binnen 6 Stunden zu verimpfen.
 
6. Impfbescheinigungen vorab drucken (Anhang „Impfbescheinigung“, A4, 4 Stück pro Blatt, im Impfpassformat) bzw. (für EL-Nutzer) aus der EDV generieren („Impfbescheinigung solo, A5 quer), für die Impfpass-Vergesser, zum einkleben.
 
Dokumentation via AIS-System. Die KBV hat Abrechnungsziffern ab dem 02 Quartal in den AIS-Systemen integriert. Für jede Impfung erhalten Ärzte 20 Euro (für die Erst- und Abschlussimpfung zusammen 40 Euro).  Bei einem Hausbesuch kommen 35 Euro dazu, 15 Euro für den Mitbesuch. Erfolgt ausschließlich eine Impfberatung ohne Impfung werden 10 Euro vergütet. Die Abrechnung erfolgt über die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung (auch für Nicht-GKV-Versicherte).
 
Wir hoffen, Ihnen hiermit eine brauchbare Anleitung an die Hand gegeben zu haben.
 
Dr. Christoph Claus
Armin Beck

 

Pressemitteilung Hausärzteverband Hessen e.V.

Die Delegiertenversammlung des Hausärzteverbands Hessen e.V. verabschiedet eine Resolution zur Zukunftssicherung der Allgemeinmedizin und der hausärztlichen Versorgung durch die Ärzteschaft.
 

Pressemitteilung zu Coronaimpfung in Hausarztpraxen

Impfungen sind Vertrauenssache
und gehören in die Hausarztpraxen“ 
 

Hattersheim, 19. März 2021 – „Jede einzelne Impfung kann Leben retten und Leid lindern. Deshalb begrüßen wir die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, dass auch der Covid19-Impfstoff von AstraZeneca weiterverwendet werden kann. Unser Ziel ist es, möglichst schnell zuerst die vulnerablen Gruppen zu impfen und damit noch möglichst viele in der 3. Welle zu schützen“, erklärt Armin Beck, Vorsitzender des hessischen Hausärzteverbandes
 
Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Donnerstag auch die European Medicines Agency EMA nach einer Überprüfung Entwarnung gegeben und erklärt, der Impfstoff von AstraZeneca sei „sicher und wirksam“. Es habe, so die EMA, „keine Verbindung der Impfung mit der Erhöhung des Risikos von Blutgerinnseln bei Menschen festgestellt“ werden können. Das Bundesgesundheitsministerium hat daraufhin am Donnerstagabend entschieden, dass die Impfungen am heutigen Freitag wieder aufgenommen werden.
 
Dennoch habe der kurzzeitige Impfstopp bei den Patienten zu einer großen Verunsicherung geführt, so der hessische Hausärzteverband. Impfen ist Vertrauenssache und gehört in die Hausarztpraxen. Wir Hausärztinnen und Hausärzte kennen unsere Patienten sowie deren Krankheitsgeschichte und können deshalb fundiert beraten und Ängste nehmen. Klar muss aber sein, dass wir Hausärzte die Impfprofis sind und deshalb auch wirklich alle zugelassenen Impfstoffe erhalten, um jeden unserer Patienten individuell bestmöglich zu schützen.“
 
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der hessischen Landesregierung, dass der Impfbeginn in den hausärztlichen und fachärztlichen Praxen bis in den Mai zu verschieben, von uns mit großem Bedauern und Unverständnis aufgenommen worden.
 
Der vor dem Impfstopp mit AstraZeneca mit dem hessischen Innenministerium sowie dem Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), mit 50 Pilotpraxen und einer sehr begrenzten Zuteilung von Impfseren in die ambulante Versorgung mit einzubinden, ist wichtiger denn je. Die hessischen Hausärzte haben eine außerordentlich hohe Impfbereitschaft. Und Immer noch sind 50.000 Patienten der Prioritätsgruppe 1, immobile Menschen über 80 Jahre, noch nicht geimpft worden und bekommen auch kein Termin. Stattdessen bekommen sie ein Schreiben mit Durchhalteparolen. Wir fordern jetzt von der Landesregierung ein schnelles und bürokratiearmes Einbinden der ambulanten Versorgung, um bei der Massenimpfung zu anderen Ländern aufschließen zu können. 
 
 
 
Armin Beck
Für den Vorstand des hessischen Hausärzteverbandes.
 
            

Corona und die GOÄ

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mitunter gibt es Regelungen, welche das Schmerzensgel… Verzeihung, das Ho(h)norar für die Behandlung unserer privat versicherten Patienten betreffen und von denen man so kurz vor Quartalsende gehört haben sollte. Der Ihnen sicher aus seiner Kolumne im „Hausarzt“ bekannte Kollege Dr. Gerd Zimmermann schrieb dieser Tage zu den Corona-spezifischen GOÄ-Regelungen beim Deutschen Arztportal; und auch wenn mir HzV-eingeschriebene gesetzlich Krankenversicherte viel lieber sind als Privatpatienten, so möchte ich Ihnen sein Fazit nicht vorenthalten:

  • bis 31.12.2020 kann man die Nr. 3 GOÄ maximal 4fach je Sitzung und vollendeter 10 Minuten berechnen. Im Neuen Jahr kann man dann, wie abseits der Pandemie auch, gesteigerten Gesprächsbedarf mit angepassten Steigerungsfaktoren oder analog berechneten Ziffern wie der 30a, 31a oder der 34a (unter Beachtung der Zeitvorgaben und Ausschlüsse der Ursprungsziffern) abbilden. Im EBM bleibt es bis zum 31.3.2021 bei der 01434, maximal 6x/Quartal. Das große „A“ vor einer GOÄ-Ziffer kennzeichnet übrigens die offiziellen Analogziffern der KBV bzw. BÄK, das kleine „a“ dahinter ist Ausdruck unserer eigenen Kreativität. „Zahlen und Erstatten“ ist ungeachtet dessen angesagt.
  • Bis zum 31.3.2021 wurde die A245 verlängert, der Hygienezuschlag zum persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt. Weitere Corona-bedingte Leistungen können im gleichen Kontakt neben der A245 nur bis zum Schwellensatz (2,3-fach) berechnet werden. Die „wo ich schon mal hier bin, Frau Dokter“-Beratungsanlässe sind vom Steigerungs-Verbot ausgenommen. Wenn also noch mehrere Symptome einer Untersuchung bedürfen, sie in ihrer Fülle mithin jedoch kein Organsystem ergeben, dürfen „der Pickel hier, das Schnüpfchen dort und das Lipömchen woanders“ gern noch die 5 mit dem 2,89- oder 3,45-fachen ergeben (Bitte nicht den 3,5fachen Satz, das macht so viele Rückfragen von den PKVen).
  • Die Videosprechstunde hat Einzug in die GOÄ (von 1996!) gehalten. Endlich wird alles gut! Ich empfinde videofonieren nicht als erkenntnisreicher oder gar zeitsparender als telefonieren (mit gelegentlicher Übermittlung eines Fotos per Messenger-App), aber ich bin hoffnungslos „old school“, auch musikalisch. Wenn Sie innovationsfreudiger sein sollten als ich, interessiert Sie vielleicht die folgende Tabelle:

Diese GOÄ-Leistungen sind jeweils zum Schwellensatz berechnungsfähig, selbst die „A5“. Dieser analoge Ansatz der Nr. 5 GOÄ steht für eine „Visuelle symptomatische klinische Untersuchung mittels Videoübertragung (z. B. Videosprechstunde)“ - das WhatsApp-Foto des Pickels…


 

Einen guten Start in die (Abrechnungs-)Woche, 
____________________________
Dr. med. Christoph Claus
Staatlich geprüfter Leistungserbringer für zertifizierte medizinische und medizinisch-technische Dienstleistungen zur effektiven und effizienten Regeneration des allgemeinen Wohlbefindens des Leistungsempfängers.
 

Schnelltest

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir haben für Sie mehrere Lieferanten gefunden, die COVID-19-ANTIGEN-Tests (sog. PoC-Schnelltests) zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten und die in der Lage sind, innerhalb kurzer Zeit die Ware zuverlässig auszuliefern. Alle Produkte sind BfArM gelistet. (https://antigentest.bfarm.de/ords/antigen/r/antigentests-auf-sars-cov-2/liste-der-antigentests)

Werbeaktionen für (neue) Mitglieder!

Mitglieder des Hausärzteverbandes Hessen e.V. haben ab sofort die Möglichkeit, Werbe-Prämien zu erhalten.

Diese Werbe-Prämien können durch das Werben neuer Mitglieder für den Hausärzteverband Hessen e.V. und die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) erlangt werden. 

Hausärzteverband Hessen e.V. 

Als Mitglied im Hausärzteverband Hessen e.V. unterstützen Sie den größten Berufsverband niedergelassener Ärzte in Europa und stärken damit Ihre Lobby gegenüber Politik, Krankenkassen, Kammern und Körperschaften – auf Landes- und auf Bundesebene.

Doch nicht nur die Zugehörigkeit zu einer Organisation ist wichtig, sondern auch das individuelle Engagement eines jeden einzelnen innerhalb dieses Verbandes. Jede Hausärztin und jeder Hausarzt,  ob freiberuflich, in Anstellung oder in Weiterbildung, ist herzlich  eingeladen, sich durch Mitgliedschaft und persönliche Mitarbeit  einzubringen und damit den Beruf „Hausarzt“ auch in Zukunft  sicher und noch attraktiver zu machen.

Hausarztzentrierte Versorgung (HZV)

2004 führte der Gesetzgeber die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) ein. Die Politik hatte die Vorteile dieses neuen Versorgungsmodells erkannt, das der Deutsche Hausärzteverband, als die Vertretung der hausärztlichen Interessen, gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt hat. Zuvor gab es keine um fassende Alternative zu den Strukturen des KV -Systems, in denen die Hausärzte bis heute häufig benachteiligt werden. 

Zur Zeit nehmen bundesweit etwa 17.500 Hausärzte und über 5,6 Millionen Versicherte an den HZV-Vollver sorgungsverträgen der Hausärzteverbände teil – mit steigender Tendenz. Die Vergütung liegt deutlich über dem KV-Niveau und die Abrechnung erfolgt schnell und bürokratiearm über ein hausärztliches Rechenzentrum. Mit der langfristig höheren und transparenten Vergütung wird der wirtschaftliche Erfolg der Hausarztpraxis gesichert und durch den integrierten Qualitätsanspruch zugleich die Rolle der Hausärzte gestärkt. 
Die Teilnahme an den HZV-Verträgen steht jedem Hausarzt offen. Gleichzeitig stärkt eine Mitgliedschaft im Hausärzteverband die Interessenvertretung aller Hausärzte. Werden auch Sie Mitglied! 

Ja, ich will... Mein Hausarztprogramm

Vergünstigter Elektronischer Heilberufeausweis

Sehr geehrte Damen und Herren,

ab sofort können hessische Ärztinnen und Ärzte über den Hausärzteverband einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) erwerben. Erstellt wird der elektronische Heilberufsausweis in enger Zusammenarbeit von Landesärztekammer mit qualifizierten Vertrauensdienstanbietern (VDA). Die regulären Preise bei allen Anbietern für einen elektronischen Heilberufsausweis liegen bei ca. 78 – 86 Euro netto pro Jahr. In ihrer Funktion unterscheiden sich diese nicht. Mit einem dieser Vertrauensdienstanbietern (T-Systems) konnte der Hausärzteverband Hessen e.V. eine Rabatt-Vereinbarung treffen.

Statt 86 Euro netto, erhalten Sie als Mitglied im Hausärzteverband Hessen e.V. den elektronischen Heilberufsausweis für ca. 72 Euro netto pro Jahr. Mit allen anderen Anbietern war eine solche Vereinbarung leider nicht möglich. 

Informationen zur Bestellung der Ausweise und Eingabe des Rabatt-Codes über die T-Systems finden Sie unter folgendem Link:

Ausweise | Telekom Geschäftskunden

Um als Mitglied den Rabatt bei T-Systems zu erhalten, erfragen Sie bitte den Rabattcode schriftlich bei Herrn Henrik Keller (henrik.keller@hausaerzte-hessen.de) 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die T-Systems (0800 1183307) oder an Herrn Henrik Keller (015164826726, henrik.keller@hausaerzte-hessen.de)

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Hausärzteverband Hessen e.V.

Informationen zum Coronavirus

Coronavirus Fälle Hessen Stand 08.06.2021
Bulletin-Archiv
Tägliche Übersicht der bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland und weltweit
Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Flussschema Stand 12.05.2020

https://www.bundesaerztekammer.de/corona-pandemie/abrechnungsempfehlungen-im-rahmen-der-corona-pandemie/

Archiv

Newsletter Hausärzteverband Hessen

Mit dem neuen Newsletter des Hausärzteverbandes Hessen wollen wir Sie zwei Mal im Jahr schnell und kompakt über aktuelle, wichtige Themen aus Kammer, KV und unserem Verband informieren.

Aktuelle Nachrichten aus Berlin

18.05.2021
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Belastungen für die hausärztlichen Praxen in der Corona-Pandemie sind enorm, für uns Ärztinnen und Ärzte wie auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So schnell werden diese Strapazen auch nicht nachlassen. Es ist eine Anstrengung, die deutlich mehr Anerkennung vor allem aus der Politik verdient, als wir sie mit Ausnahme unserer Patientinnen und Patienten erfahren. Kein Bonus für unsere Mitarbeitenden, obwohl sie keinen Deut weniger schuften als die Pflegerinnen und Pfleger im Krankenhaus. Alle Bemühungen auf Bundes- wie auf Landesebene haben bis jetzt nicht gefruchtet. Aber Jammern und Klagen hilft nicht und es gebührt Ihnen allen großer Dank für die weit über das erträgliche Niveau erbrachte Leistung!

Mit dieser Leistung haben wir allerdings eine deutlich positivere Wahrnehmung der hausärztlichen Kompetenz und Bedeutung der hausärztlichen Praxen in den Medien erreicht. Wir werden in den Ländern und im Bund gefragt und können wenigstens dort unsere Expertise einbringen. Es gab noch nie so viele positive Rückmeldungen und Kommentare aus den Leser-, Hörer- und Zuschauerkreisen.

Die Freigabe der Priorisierung stellt uns aktuell wieder vor große Herausforderungen, wir hätten uns gewünscht, diese Entscheidung wäre – vor ihrer Bekanntgabe in Presseerklärungen (sollte eine Wahl bevorstehen?) – mit uns abgestimmt worden, um die Sichtweise der Praxen einzubringen und den damit verbundenen großen Druck auf diese zu mindern. Wir hätten einen eher allmählichen Prozess für vernünftig gehalten, aber Vernunft scheint nicht unbedingt immer gefragt zu sein. Ein vernünftiges Konzept haben wir auch für die Impfung der unter den Einschränkungen besonders leidenden Kindern und Jugendlichen eingefordert. In dieser Gruppe ist vielleicht das Risiko der Erkrankung nicht so hoch, aber sie haben das höchste Risiko für Kollateralschäden! Sie können nicht einfach ans Ende der Schlange gestellt werden! Auch dafür brauchen wir in den Praxen den geeigneten Impfstoff in ausreichender Menge.

Vor allem durch unsere Öffentlichkeitsarbeit versuchen wir, für Geduld bei den Patienten zu werben. Es fehlt weiterhin an Impfstoff in den Praxen, vor allem der Impfstoff von BioNTech wird nach wie vor zunächst in die Impfzentren geliefert. Das kann zu Verzerrungen führen, weil dann über 60-Jährige in den Impfzentren mit dem BioNTech-Impfstoff versorgt werden, der uns in den Praxen beispielsweise für jüngere Frauen fehlt. Zudem wird ein großer Teil der Beratungslast in die Praxen verlagert, die vor allem bei dem AstraZeneca-Impfstoff erheblich ist. Wie fordern hier vehement, dass diese Beratung unabhängig von einer erfolgten Impfung auch vergütet wird, und zwar deutlich angemessener als bisher. Das ist mühsam, aber wir geben nicht auf.

Und wir brauchen Rechtssicherheit – Rechtssicherheit dahingehend, dass wir den Inhalt der ImpfAmpullen komplett ausschöpfen dürfen, unabhängig von den Herstellerangaben. Aktuell weist das BMG zur Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen (Vial) darauf hin, dass diese unter bestimmten Voraussetzungen möglich und rechtlich zulässig sei.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, leider ist das nicht das einzige Problem, mit dem wir uns derzeit auseinandersetzen müssen.

So ist im Windschatten der Pandemie der Fakultätentag mit einer grandiosen Kostenberechnung an die Wissenschafts- und Kulturminister wie an die Ministerpräsidenten der Länder herangetreten, um die Reform der Approbationsordnung zu torpedieren (ein valides Gegengutachten kommt zu erheblich geringeren Kosten für diese Reform). Es wird offensichtlich völlig außer Acht gelassen, dass damit die Zukunft der hausärztlichen Versorgung aufs Spiel gesetzt wird. Nur damit Ordinarien und Fakultäten Geld und Einfluss gesichert wird? Die Sicherung einer adäquaten medizinischen Versorgung der alternden Bevölkerung wird dabei sehenden Auges beiseite gewischt. Hier müssen wir auf allen Ebenen Einfluss nehmen und tun das auch gemeinsam mit der DEGAM, der KBV und der BÄK. Auch unsere Landesverbände sind hier hoch aktiv.

Nicht nur dafür ist es wichtig, dass wir einen starken Verband haben, der die hausärztlichen Interessen auch gerade für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten kraftvoll vertreten kann. Eigentlich dürfte es keine Hausärztin und keinen Hausarzt ohne Mitgliedschaft im jeweiligen Landesverband geben! Wir sind ein starker Verband, sonst würden wir auch nicht so viel Gehör bei den Medien finden. Wir können und müssen aber noch mehr erreichen, in der Politik, gegenüber den Krankenkassen und Behörden, die unsere Arbeitsbedingungen beeinflussen! Wenn Sie es noch nicht sind, werden Sie Mitglied!

Eine große Errungenschaft ist unsere Hausarztzentrierte Versorgung mit mittlerweile knapp sechs Millionen eingeschriebenen Versicherten in den Vollversorgungsverträgen. Dazu kommen noch viele in den Add-on-Verträgen, die es aber nur gibt, weil es die Vollversorgungsverträge nach § 73b des Fünften Sozialgesetzbuches gibt. Auch etliche Verbesserungen der Honorarsituation im KV-System in den letzten Jahren in diesem Wettbewerb sind unseren Verträgen zu verdanken. Immer wieder versuchen einige Krankenkassen, sich der Verpflichtung zu entziehen, diese Verträge ihren Versicherten anzubieten oder gar die gesetzliche Grundlage anzugreifen.

Diese Gesamtsituation sichert die hausärztlichen Praxen und ist ein guter Grund für junge Kolleginnen und Kollegen, in die hausärztliche Praxis zu gehen, entweder als Angestellte oder auch in eine eigene Praxis.

Nehmen Sie an den Verträgen teil, wir helfen bei Fragen dazu wie beim Start gern. Patienten sichern sich mit ihrer Einschreibung eine Hausärztin, einen Hausarzt. Wie wichtig das ist, lässt sich im Moment besonders gut erkennen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Krise meistern. Ohne uns geht es nicht, das ist gerade deutlich sichtbar. Bei allen Anstrengungen werden wir gestärkt aus dieser Krise herauskommen. Dafür braucht es allerdings den Zusammenhalt, der unseren Verband gegenüber allen anderen auszeichnet.

Geben Sie nicht auf, verlieren Sie nicht den Mut und bleiben Sie gesund!

In diesem Sinne verbleibe ich

Ihr Ulrich Weigeldt
Bundesvorsitzender

Aktueller Kommentar zum Konnektor von Christian Sommerbrodt

Die Digitalisierung ist im Gesundheitssystem angekommen und wirft für uns im Praxisbetrieb neue Fragen auf. Die aktuell wichtigste Frage betrifft den Betrieb des Konnektors, mit dem die Verbindung zum sicheren Netz der Telematikinfrastruktur aufgebaut wird. Die Empfehlungen der KBV und der gematik entpuppen sich dabei als unpraktikabel. Statt Arbeitserleichterung bedeutet die Digitalisierung für uns Mehrarbeit und Mehrkosten für die Praxen.
 
Ich möchte Ihnen mit diesem Text vereinfacht die Hintergründe erklären und versuchen einige praktische Hilfestellungen zu geben.

Wir kooperieren mit DEXIMED, der Online-Enzyklopädie für Hausärzte:

  • unabhängig und werbefrei
  • evidenzbasierte Informationen zu 3.800 Symptomen und   Krankheitsbildern
  • verknüpft mit verständlichen Patienteninformationen
  • Sonderpreis für Mitlieder im Hausärzteverband  Hessen  

Das ist Neu:

Institut für hausärztliche Fortbildung - IHF

Ziel ist es, eine strukturierte und auf die hausärztliche Praxis zugeschnittene Fortbildungen zur Verfügung zu stellen, um hausärztliche Versorgungsqualität auf hohem medizinischem Niveau zu sichern.

HzV-Kompetenzteam in Hessen

Antworten auf Ihre Fragen und Unterstützung zur HzV

Tel.: 06190-8089763 (Mo.-Fr. 08:30-17:00 Uhr)
 

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