Hausärzteverband Hessen

Interner Bereich

Hausärzteverband Hessen

Informationen zum TSVG

Weiter Informationen für Mitglieder

 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,
am 15. März 2019 hat der Deutsche Bundestag das Terminservice- und Versorgungsgesetz
(TSVG) verabschiedet. Neben dem Ausbau der Terminservicestellen, die sowohl eine
Terminvermittlung zu Haus- und Kinderärzten als auch eine unmittelbare ärztliche Versorgung
für Versicherte in Akutfällen vermitteln sollen, sieht das TSVG vor, dass das
Mindestsprechstundenangebot der Vertragsärzte für die Versorgung von gesetzlich
versicherten Patienten von 20 auf 25 Stunden erhöht werden soll. Erbrachten hausärztlichen
Mehrleistungen stehen extrabudgetäre Vergütungen und Zuschläge gegenüber, so zum
Beispiel der Zuschlag in Höhe von mindestens 10 Euro für die erfolgreiche Vermittlung eines
dringenden Facharzttermins durch einen Hausarzt.
Besonders hervorheben möchte ich die für die hausarztzentrierte Versorgung in § 73 b SGB V
neu geschaffene verpflichtende Bonifizierung im Wahltarif. Ebenfalls wurde geregelt, dass HZVVerträge,
die gekündigt werden, solange fortgelten, bis ein neuer Vertrag abgeschlossen wurde.
Nach meiner Einschätzung und Erfahrung der letzten Jahre ist beides als eine weitere Stärkung
der HZV positiv zu bewerten und wird die HZV weiter voranbringen.
Die wesentlichen und insbesondere für die Hausärztinnen und Hausärzte relevanten
Neuregelungen habe ich in dem anliegenden Foliensatz zusammengefasst. Die Folien sollen
insbesondere der Information unserer Mitglieder dienen.
Herzliche Grüße
Ihr/Euer
Joachim Schütz
Geschäftsführer und Justiziar

TI bestellen? Pro und Kontra

Im TSVG ist eine Verschiebung der Bestellpflicht für die Konnektoren und der entsprechenden Anbindung an die TI auf 31.3.2019 vorgesehen. Wegen Lieferproblemen der Industrie.
Nur ein Bruchteil der Ärzte ist bisher angeschlossen - etwa 8% der hessischen Ärzte haben zuletzt darüber ihre KV-Abrechnung abgeschickt.

Die Delegiertenversammlung des Hausärzteverbandes Hessen hat Bedenken zur Zweckmäßigkeit, Sinnhaftigkeit und Durchführbarkeit der vom Gesetzgeber vorgesehenen Einführung der sog. „Technischen Infrastruktur“ (TI). (Einstimmiger Beschluss am 10.11.18)

Hier einige Überlegungen, damit jede Kollegin / jeder Kollege selber entscheiden kann, wie sie / er in der eigenen Praxis verfährt:

Was spricht für die baldige Bestellung der TI?

  • Umsetzung eines Gesetzes
  • Vermeidung einer Strafe von etwa 1% des KV-Umsatzes (je 100.000 Euro/Jahr also 1.000 Euro Strafe)
  • Vorbereitung auf eine mögliche Internet-Patientenakte
  • Vorbereitung auf ein eRezept
  • Vorbereitung auf einen möglichen Notfall-Datensatz
  • Vorbereitung auf einen möglichen Datenaustausch mit anderen Praxen alternativ zu Telefon, Fax und Post

Was spricht für Abwarten?
  • Langsame bestehende Internetverbindung
  • Aufwendige Hardware-Umstellung (neuer Router, neue IP-Adressen aller Praxisgeräte, ...)
  • Die derzeitige Hardware ist nur für 3 Jahre zugelassen, danach ist wahrscheinlich eine neue Hardware erforderlich (wer zahlt die?)
  • Die Kosten für die Praxisausrüstung, die Verschlüsselungskarten und die Mietverträge für Internet usw. werden nicht vollständig übernommen
  • Oft unzuverlässige, verlangsamte bzw. fehlerhafte Praxis-IT nach der Umstellung auf TI-Anbindung
  •  Zusätzlicher, teilweise erheblicher Zeitbedarf beim Einlesen der Chipkarten bzw. Adressänderungen
  • Die Online-Überprüfung der Krankenkassen-Chipkarten überträgt das Haftungsrisiko bei nicht gültiger Versicherung von den Kassen auf die Arztpraxis
  • Auch gültige Chipkarten werden unbrauchbar, wenn versehentlich eine alte Chipkarte des Patienten eingelesen wurde
  • Der elektronische Medikationsplan ist noch ein Prototyp und soll frühestens Ende 2019 umsetzbar sein. Der Medikationsplan aus Papier mit QR-Code ist für Patienten ohnehin besser einsehbar und kommentierbar und deswegen sicherer.  
  • Die Internet-Akten funktionieren bisher nur als Prototypen
  • Die Arztpraxen übernehmen die Datenschutz-Haftung für Internet-Patientendaten
  • Ein eRezept funktioniert noch nicht einmal als Prototyp (im Praxisalltag nützt es ohnehin kaum - die Kassen können aber online überwachen)
  • Der Notfall-Datensatz ist bisher noch nicht einmal als Prototyp fertig
  • Der Datenaustausch funktioniert bisher nur in Testregionen
  • Wenn das Schreiben von Entlassbriefen oft Monate dauert, nützt eine um wenige Stunden schnellere Zustellung auch nichts
  • Wenn man eine zusätzliche Praxisstunde mit 200 EURO berechnet, dann kosten täglich 30min vermehrte Bürokratie / 250Arbeitstage => 25.000 EURO pro Jahr. Das ist sehr viel mehr als 1.000-3.000 EURO Strafzahlungen pro Jahr.

Anmerkung: Je mehr Patienten über HzV abgerechnet werden, desto niedriger ist eine mögliche Strafzahlung!

Unsere Fragen:
1. Welche Politiker sind bereit, ihre vollständigen medizinischen Daten in einer Internet-Datenbank speichern zu lassen?
2. Welche Politiker sind bereit, für ihre Entscheidungen / die Versorgung Anderer mit eigenem Vermögen zu haften?  (So wie es Ärztinnen und Ärzte tun müssen)

 

Regresse behindern die Basisversorgung

Der Hausärzteverband Hessen hält die im Bereich der Sozialgesetzgebung üblichen Regressverfahren für gewollt abschreckend,  kontraproduktiv und für die Patientenversorgung hinderlich.Gegen die Ärzteschaft gerichtete, nur auf Statistik basierende Prüfinstrumente lehnen wir klar ab.

Bei Ablehnung oder Verweigerung der Erstattung durch die Kostenträger oder auch im Zweifelsfall (Rezepte für Medikamente, Heilmittel, etc.) dürfen die verordnenden Ärzte nicht auf den Kosten sitzenbleiben! Für medizinisch notwendige Leistungen müssen die Krankenkassen aufkommen.
(Es kann nicht angehen, dass der Feuerwehrmann für das Löschwasser haftet, das er zum Löschen verbraucht)

Betrug muss selbstverständlich auch im Gesundheitswesen geahndet und bestraft werden - aber korrekt erbrachte und medizinisch notwendige Leistungen, wie z.B. Hausbesuche müssen angemessen vergütet werden.
Angemessen bedeutet auch, dass Hausärzte bei gleicher Arbeitszeit nicht weniger verdienen dürfen als Spezialisten.

Der Gesetzgeber möge die Rechtslage überprüfen und die Verfahrenswege und Verantwortlichkeiten für die Kostenkontrolle im Gesundheitswesen neu gestalten. Beitragssatzstabilität darf nicht auf dem Rücken und zu Lasten der Ärzteschaft / der Hausärzte ausgetragen werden.

Statt permanent über Hausärztemangel zu lamentieren möge die Politik / der Gesetzgeber / die Gesellschaft die Rahmenbedingungen wieder verbessern!

Kostenfreie Onlinefortbildung -16 Fortbildungspunkte

Rationaler Antibiotikaeinsatz durch Information und Kommunikation
Eine infektiologische Herausforderung unserer Zeit ist die Zunahme von multiresistenten Erregern (MRE). Insbesondere bei gram-negativen Bakterien verbreiten sich Resistenzmechanismen, die dazu führen, dass nur noch wenige wirksame Antibiotika für die Infektionsbehandlung zur Verfügung stehen. Da relevante Wirkstoffneuentwicklungen derzeit nicht in Aussicht sind, ist die rationale Anwendung der verfügbaren Antibiotika wichtiger als je zuvor. Das Problem der Resistenzentwicklung ist vielschichtig. Potentiell beeinflussbare Faktoren liegen im tiermedizinischen und landwirtschaftlichen Bereich, in der stationären und ambulanten Humanmedizin, aber auch bei der Aufklärung von Fernreisenden, da z.B. im asiatischen Raum die Resistenzraten teilweise um ein Vielfaches höher sind als in Mitteleuropa......

http://www.rai-projekt.de/rai/startseite/

Ja, ich will... Mein Hausarztprogramm

Rundbrief - Aktuelle Nachrichten aus Berlin

Pressestatement 

Berlin, 20. Dezember 2018
Der Dezember ist traditionell die Zeit der Jahresrückblicke. Im letzten Jahr war gerade die Bildung einer Jamaika-Koalition gescheitert und wir fragten uns, wie die weiteren Verhandlungen ausgehen. Die Große Koalition brachte uns im Frühjahr mit Jens Spahn einen neuen Gesundheitsminister, mit dem sich viele Themen geändert haben – andere sind (leider) so aktuell wie im vergangenen Jahr.
 

Wir kooperieren mit DEXIMED, der Online-Enzyklopädie für Hausärzte:

- unabhängig und werbefrei
- evidenzbasierte Informationen zu 3.800 Symptomen und   Krankheitsbildern
- verknüpft mit verständlichen Patienteninformationen
- Sonderpreis für Mitlieder im Hausärzteverband  Hessen  

Newsletter Hausärzteverband Hessen

Mit dem neuen Newsletter des Hausärzteverbandes Hessen wollen wir Sie vier Mal im Jahr schnell und kompakt über aktuelle, wichtige Themen aus Kammer, KV und unserem Verband informieren.

EHV: Melden Sie Ihr HZV-Honorar an die KV!

Nehmen Sie bereits an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) teil? Dann sollten Sie unbedingt sämtliche HZV-Honorare an die KV Hessen melden. Nur so ist gewährleistet, dass Ihr HZV-Honorar im Rahmen der Erweiterten Honorarverteilung (EHV) gemäß den geltenden Regelungen berücksichtigt wird. Den Nachweis über die Honorare können Sie durch eine Bescheinigung Ihres Steuerberaters erbringen. Wer die Steuererklärung für die Praxis selbst in die Hand nimmt, muss die HZV-Honorare durch eidesstattliche Versicherung gegenüber der KV Hessen erklären. Bitte setzen Sie sich hierzu mit den Sachbearbeitern des EHV-Teams der KV in Verbindung. Weder die HÄVG AG noch die HÄVG Rechenzentrum GmbH sind berechtigt oder verpflichtet, den Honorarnachweis an die KV Hessen zu erbringen.
 

Hilfestellung bei der Versorgung zur chronischen Wundbehandlung

Die Wundversorgung von akuten und chronischen Wunden gehört zum Behandlungsalltag in unseren hausärztlichen Praxen.
Die besondere Herausforderung liegt hier vor allem in der unüberschaubaren Produktpalette.
Zusätzlich ist die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Verbandsmaterialen extrem schwierig zu beurteilen.
Um hier mehr Transparenz und eine schnelle und sichere Verordnung zu ermöglichen stellen wir Ihnen Vorlagen für die Kommunikation mit den Wundmanagern zur Verfügung.

HzV-Kompetenzteam in Hessen

Antworten auf Ihre Fragen und Unterstützung zur HzV

Tel.: 06190-8089763 (Mo.-Fr. 08:30-17:00 Uhr)
 

DEGAM und Deutscher Hausärzteverband fordern: Verabschiedung Masterplan Medizinstudium 2020 in dieser Legislatur

Berlin, 18.01.2017 – Der Deutsche Hausärzteverband und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) fordern die Verabschiedung des Masterplans Medizinstudium 2020 noch in dieser Legislaturperiode.

Fachtagung Geriatrie

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